Zwanzig Jahre, Null Schrauben
Zwanzig Jahre, Null Schrauben

Zwanzig Jahre, Null Schrauben

Zwanzig Jahre, Null Schrauben

2016 feiert ic! berlin 20 schraubenlose Jahre, 20 Jahre „handgefertigt in eigener Herstellung, Berlin“ und 20 Jahre wegweisende, außergewöhnliche Brillen.

Stellen Sie sich vor: 1996 Berlin. Die Mauer ist gefallen und eine 800 Jahre alte Stadt befindet sich überall im Bau. Neben jahrhundertealte Kirchen stehen goldene Asbestpaläste und ganze Wohnblöcke sind entweder leer oder sind von Punks besetzt, weil die ursprünglichen Bewohner in grünere westliche Gefilde geflohen sind.

In einer 2-Zimmer Wohnung nahe des Alexanderplatzes entfacht zwischen drei Studenten das Feuer einer Revolution: Einer BlechBrillenRevolution. Die Jungs aus der Hochschule der Künste (heute: UdK) hatten in ihren Hände (bzw. auf ihren Nasen) das erste Kind dieser Revolution: Prototyp Jack, eine aus Aluminiumblech handgeschnittene Sonnenbrille mit einem schraubenlosen Gelenk. So revolutionär, so beispiellos, so unmöglich war Jack, dass die Jungs von fast jedem Optiker der Stadt aus dem Laden gelacht wurden.



 

Viel Zeit, viel Sturköpfigkeit und einige Guerillataktiken brachten ic! berlin dann auf den Weg zum Erfolg. Um Kapital aufzubringen, machten die Jungs eine Subskriptionsparty und verkauften dort die ersten „ic! brillen“, allerdings mit einer Lieferzeit von sechs Monaten. Später, auf der zweitgrößten Brillenmesse Europas in Mailand verkaufte Ralph ohne Stand und ohne Genehmigung Brillen aus seinen Jackentaschen, wie man es von fliegenden Händlern kennt. Je mehr Regeln ic! berlin brach, desto weiter kamen sie. So entwickelte sich aus der kleinen Wohnzimmerfirma ein unabhängiges Brillen-Unternehmen mit Millionen-Umsätzen und rund 200 Mitarbeitern weltweit. Heute werden ic! berlin Brillen in mehr als 60 Ländern verkauft und auf den berühmtesten und schönsten Nasen der Welt gesichtet.

Vieles hat sich in den 20 Jahren verändert: neue Materialien wurden eingeführt
(z.B. Aluminium durch Edelstahl ersetzt, die Kollektion um Acetat, Plotic, Horn und Titan erweitert), Mitarbeiter kamen und Mitarbeiter gingen, Auszeichnungen wurden gewonnen (und gewonnen, und gewonnen) aber der Kern – das schraubenlose Gelenk – ist genauso geblieben als wir alle den Macarena noch tanzten.